Erschöpfung durch Sinnverlust

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Nicht jede Erschöpfung kommt von zu viel Arbeit

Erschöpfung wird oft mit Stress, zu viel Arbeit oder Burnout in Verbindung gebracht. Ein Bild, das viele sofort im Kopf haben: zu viel Verantwortung, zu viele Aufgaben, zu wenig Pausen.

Bei Erschöpfung erlebe ich, gerade bei Unternehmern, Unternehmerinnen, Selbstständigen und Führungskräften, immer häufiger etwas anderes. Erschöpfung entsteht auch dort, wo die Arbeit einen innerlich nicht mehr erfüllt, zum Beispiel dann, wenn jemand für Aufbau, Entwicklung oder Gestalten seines Unternehmens gebrannt hat und sich plötzlich nur noch im Organisieren oder Verwalten wiederfindet. Langeweile oder Unterforderung breiten sich aus, weil der Sinn verloren gegangen ist und eine innere Leere entsteht.
Ein Zustand, der auch als Boreout bezeichnet wird.

Dann tauchen Fragen auf wie:
Wofür mache ich das überhaupt?
War das alles?
Will ich so weitermachen? Wenn ja, wie lange?

Wie Erschöpfung durch Sinnverlust entstehen kann

Am Anfang merkt man oft noch gar nicht, was los ist. Man fühlt sich müde, antriebslos, irgendwie leer. Die Energie ist weg, aber oft gibt es keinen klaren Grund. Nicht selten wird Erschöpfung zunächst unterschätzt. Man denkt, das geht schon wieder vorbei.

Mit der Zeit entsteht eine Abwärtsspirale und die Erschöpfung wird zum Dauerzustand. Die Tätigkeit fühlt sich mehr und mehr leer an, die Verbindung zur eigenen Arbeit wird schwächer. Was früher erfüllt hat, fühlt sich zunehmend bedeutungslos an. Desinteresse, Lustlosigkeit breitet sich aus, Gereiztheit nimmt zu, Selbstzweifel tauchen auf und der Schlaf wird unruhiger.

Oft wird in dieser Phase eine Überarbeitung oder ein Burnout vermutet. Doch die Ursache liegt nicht immer in der Überlastung. In diesem Fall liegt sie in Unterforderung und innerer Entkopplung.

Um wieder zu Kräften zu kommen, werden sich Auszeiten genommen. Jedoch ist die Erschöpfung nach kurzer Zeit wieder da, weil sich an der eigentlichen Ursache nichts geändert hat. Der Rückzug nimmt zu und soziale Kontakte werden weniger. Die innere Leere wird stärker, es entsteht eine innerer Diskrepanz und damit innerer Stress, der die Erschöpfung weiter verstärkt.

Ein solcher Prozess entsteht häufig, wenn sich die eigene Rolle unbemerkt verändert oder verschoben hat und das eigene Tun nicht mehr zur eigenen Identität und zu den eigenen Werten passt.

Warum mehr Ruhe meist das Problem nicht löst

Bei Überlastung hilft Entlastung, Pausen, Erholung, weniger Druck.

Doch bei Erschöpfung durch Sinnverlust bringt Ruhe meist nicht das gewünschte Ergebnis. Denn es fehlt nicht nur Energie, sondern die Verbindung zu dem, was Arbeit und Leben erfüllt, und zu sich selbst.

Solange diese Verbindung und der Sinn fehlen, bleibt häufig ein Gefühl von Leere, selbst wenn der Terminkalender leer ist. Oft kehren Energie, Sinn und Freude zurück, wenn wieder Klarheit darüber entsteht, wer man ist, was einen innerlich bewegt und wohin der eigene Weg führen soll.

Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Hinweis.
Ein inneres Signal, dass etwas nicht mehr passt. Genau hier setzt meine Arbeit an.

Hinweis:
Boreout ist kein eigenständiges offizielles Diagnosekriterium. Burnout und Boreout entstehen aus unterschiedlichen Dynamiken und können ineinander übergehen. Dieser Text beschreibt typische innere Prozesse, ersetzt jedoch keine medizinische oder psychologische Diagnose.

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